Teil 1 von 6

In unserem ULEAGZ Blog starten wir eine kleine wöchentliche Serie, um Trainern und Vereinen Ideen mit auf dem Weg zu geben, das Thema der Vermarktung im eigenen Verein oder in der eigenen Mannschaft entsprechend umzusetzen.

Sinkende Mitgliederzahlen, geringere Vereinstreue, eine schwindende Vereinskultur, zunehmend weniger Trainer und viele alternative Freizeitangebote machen es den Trainern und Vereinen immer schwerer, neue Spieler und Trainer für sich zu begeistern. 

Auch der Trend, dass viele Jugendliche heute verstärkt soziale Kontakte online pflegen und sich über soziale Medien, Messengerdienste oder eGaming austauschen, trägt nicht dazu bei, dass man sich spontan mit ein paar Kumpels zum Kicken trifft.

Der Profifussball – ein fragwürdiges Vorbild

Verstärkend kommt hinzu, dass der Profifußball zwar nach wie vor die Massen anzieht und bei den Fans beliebt ist, aber sich die Diskussionen um den Fußball herum verstärken. Das Spektrum ist breit: Hohe Spielergehälter, eine immer stärker ausgeprägte Vermarktung, besondere Privilegien wie z.B. in der aktuellen Corona Zeit,  aggressive Fans, Fanausschreitungen, Rassismus,  polarisierende Clubbesitzer, die WM in Qatar, Korruption, junge Fußballmillionäre u.v.m bieten Stoff für diverse Diskussionen.

Und auf dem Spielfeld tragen die Profis auch nicht immer dazu bei, dass man einen besseren Eindruck vom Profifussball erhält. Rudelbildung, Schwalben, Reklamationen, Fouls, die an Körperverletzung grenzen, ausrastende Trainer, Schiedsrichterbeleidigungen, Provokationen u.v.m. gehören zum Alltag. Gerade im Vergleich mit anderen Sportarten wie z.B. dem Handball schneiden die Fußballer nicht immer gut ab. 

Und trotz dieser Negativbeispiele begeistern sich nach wie vor sehr viele Menschen für Fußball, denn es ist ein körperbetonter, hoch emotionaler und spektakulärer Sport, der die Massen bewegt. Nicht zuletzt auf Grund der insgesamt noch sehr hohen Mitgliederzahlen und der starken medialen Vermarktung. 

Fußball kann viel mehr leisten als man denkt

Aber auf den zweiten Blick bietet der Fußball wesentlich mehr als viele von außen wahrnehmen und wir sollten gemeinsam mehr dafür tun, dass er ganzheitlich und mit all seinen, vor allem positiven Facetten gesehen wird. Vereine und Trainer, die Spaß an ihrem Job haben, gut ausgebildet sind und diesen ernst nehmen, können eine Menge für die Gesellschaft und insbesondere für den Nachwuchs leisten.

Ihnen kommt die wichtige Aufgabe zu, die Begeisterung der Kinder und Jugendlichen für diesen attraktiven Sport zu entfachen, sie körperlich zu fordern und zu fördern und wichtige Werte zu vermitteln, die die Persönlichkeitsentwicklung der Heranwachsenden unterstützen. Fußball bringt zudem die Menschen zusammen und sorgt für soziale Kontakte, Austausch, Integration und Gemeinschaftsgefühl.

Die Basis für den gesamten Fußball sind die Nachwuchskicker und hier sollten die Vereine und Trainer ansetzen. Denn in Zukunft wird es notwendig sein, nicht nur darauf zu warten oder zu hoffen, dass die Spieler von alleine oder über Kontakte zu einem Verein kommen, sondern man wird sich aktiv darum bemühen müssen, durch Ansprachen an Schulen, in Kindergärten über Eltern, und in den sozialen Medien Spieler anzuwerben. Bei diesem Ansatz hilft es sehr, den Fußball aus der ganzheitlichen Perspektive mit all seinen Vorteilen darzustellen und es entsprechend übergreifend zu kommunizieren.

Was macht den Fußball, über den Spaß am Spiel hinaus, für Jungs und Mädchen so attraktiv?

1. Körperliche Aktivität und Fitness

Wie schon erwähnt, ist Fußball ein harter und körperbetonter Sport. Im Rahmen der neuesten Trainingsmethoden werden Schnellkraft, Ausdauer, Stabilität und Beweglichkeit gleichermaßen trainiert, um den hohen Anforderungen gerecht zu werden und vor allem um verletzungsfrei zu bleiben.  Diese körperliche Fitness sorgt für eine gute Balance und ist Ausgleich zu dem alltäglichen Stress, dem bereits Kinder in der Schule oder im frühen Berufsleben ausgesetzt sind.

Wenn ich mir als Verein und Trainer die richtigen Übungen überlege und ein variables Programm aufstelle, können sich die Jungs und Mädchen das Geld für das Fitnessstudio sparen. Mit wenig Utensilien oder sogar nur dem eigenen Körpergewicht, lassen sich viele Übungen gestalten, die alle Muskelgruppen trainieren. Das Gute ist, dass man das Trainingsprogramm so konzipieren kann, dass es sowohl ins Mannschaftstraining einfließen als auch jederzeit und individuell zu Hause oder im Wald durchgeführt werden kann.

Der erste wichtige Schritt ist, dass man Struktur reinbringt und alle Trainer im Verein sich einig sind es in den Mannschaften als wichtigen Trainingsbestandteil zu integrieren und einheitlich zu kommunizieren.

Hier macht es anfangs Sinn mit einem ausgebildeten Fitnesstrainer ein Programm mit vielen flexiblen  Übungen zusammen zu stellen, so dass man eine große Abwechslung hat und jeder für sich die richtigen Übungen raussuchen kann. Zusätzlich sollte man auch ein Standardprogramm mit den wichtigsten Übungen definieren und diese kontinuierlich ausführen lassen.

Mit einem gut ausgearbeiteten Programm, entsprechenden Anleitungen und einer guten Kommunikation haben Vereine und Trainer eine sehr gute Möglichkeit sich insgesamt attraktiver darzustellen und somit mehr potenzielle Spieler und Spielerinnen anzuziehen.

Weiter geht es in der nächsten Ausgabe.

Teil 2 von 6 folgt in der nächsten Woche.

Kategorien: ULEAGZ News

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